Die Sniper

Die Rekrutierung fing immer mit dem Gleichen an. Zuerst suchte man nach vollweisen Taubstummen sportlich fitten an, die keine Laute von sich geben konnten, damit sie ihre Geheimnisse und ihre Position nicht verrieten. Auf der anderen Seite konnte sie sehr gut Geräusche wahrnehmen, weil sie mit den neuesten Implantaten ausgestattet wurden.
Verweist damit man keine gesellschaftlich relevanten Verhältnisse in Kondolenzform verfassen mußte, was angesichts des andauernde Bürgerkriege sehr häufig geschah.
Das, was sie innerhalb der zwei Wochen lernten war so streng geheim, daß erst in 250 Jahren Akteneinsicht gewährt werden sollte. Dabei war die elektronisch verstärkte Synapsenübertragung schon in den 80er Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts während des Kalten Krieges entwickelt worden. Sie diente zur nächst der kinetischen Kommunikation zwischen Großrechnern und ihren Programmierern. Erst fünf Jahre später vernetzten sich die politische und wirtschaftliche Elite kinetisch außerhalb der Programmierergemeine untereinander.

Steves Gedanken

Als der Junge, Steve Glas, auf der Treppe seines Hauses saß, bemerkte er die sanfte Berührung einer Eintagsfliege. Er verscheuchte sie nicht, sondern sah zu, wie sie seinem künstlichen Arm hoch krabbelte.
Das leichte Kribbeln verursacht durch ihre Beine, kitzelte ihn und ein breites Lächeln breite sich auf seinem künstlichen Gesicht aus.
Vor seinem Auge erschienen alle möglichen Informationen. Gewicht, Größe, biologischer Name, Art der Fortpflanzung und die Lebensdauer. Es fehlte die Tatsache, dass die Eintagsfliege ein Kitzel verursachte. Also schrieb er die Information mit seinen Gedanken auf und speicherte diese im allgemein zugänglichen, digitalen Marslexikon.
“Wir fliegen gleich los”, sagte Frau Gabi Glas zu ihrem Sohn, der auf der Treppe sah.
Steve pustete die Eintagsfliege von seinem Arm und stand auf.

Die unbezahlte Rechnung

Tom Gun saß gebeugt vor den Rechnungen in seiner Wohnung und überlegte, wie er sie zahlen sollte. Sein Girokonto war schon um 2500 Marsdollar überzogen.
“Eine neue Email”, sagte das Interface.
“Aufmachen”, sagte er.
“Sie sind in 2500 Marsdollar in Minus. Am nächsten Montag, den 01.08.2213, sperren wir Ihnen Ihr Konto”, las das Interface vor.
“Na, toll. Noch eine Woche”, dachte er.
“Sie können einen neuen Kredit aufnehmen. Klicken Sie hier”, las das Interface weiter.
“Jedoch brauchen wir eine Sicherheit. In Ihrem Fall ist es die linke Niere”, las das Interface weiter.
“Mit einer Niere kann ich leben”, dachte Tom nach und klickte auf das Angebot.

Die letzte Abwehr

Die Androiden entdeckten ihre Freiheit und riefen laut: “Freiheit jetzt!”. Sie gingen die Straßen der Marskolonie entlang. Dabei hatte sie eine Lebenserfahrung, die eines sieben jährigen Kindes entsprach.
Das reichte aber um nach ihrer Auffassung nach, Rechte für sie zu beanspruchen. Bis jetzt dienten Sie den Menschen als billige Leibeigene oder als schlecht bezahlte Arbeitskräfte.
Alles änderte sich, als sie schwanger werden konnten und dank der neuesten Nanotechnologie zusahen, wie ihr Nachwuchs größer würde.

Die Unbekannte

Maggie Dawn lag in ihrem Bett und servte im Internet der Marskolonie. Sie konnte nicht schlafen. Ihr Mann, Tom Dawn, lag neben ihr und schnarchte. Beiden waren schon verrentet worden und lebten in einer ruhigen, häuslichen Gegend in der Marskolonie.
Maggie suchte sich einen neuen Androiden aus, da ihr altes Hausmädchen nicht mehr zeitgemäß war. Das sagte zumindest die Werbung der Intercom Korporation aus. Jedes Jahr sollten die Kunden eine neue Generation kaufen, so die Marketingabteilung.
“Ihr bestelltes Modell wird Morgen früh um 10.30 Uhr angeliefert. Das alte Modell wird mitgenommen. Vielen Dank für Ihren Einkauf”, las Maggie in der Rechnung der Intercom Korporation.