Alles Katzenjammer? Von wegen – der Wahnsinn

Man, was bin ich von der aktuellen Musik gelangweilt. Im Fernsehen Castingshows, in denen vor allen Dingen jungen Leuten der Irrglaube infiltriert wird, dass ein bisschen Gesangstalent (oder auch durchaus etwas mehr) und vielleicht etwas motorische Begabung genügen, um als sogenannter Star durchzugehen bzw. in den Olymp aufzusteigen. Wobei – laut Wikipedia ist der Star (Sturnus vulgaris) einer der häufigsten Vögel der Welt. In einer anderen Interpretation steht der Begriff für eine Augenkrankheit. Beides passt bei Castingshows extrem gut. Und wenn ich die Programmierung heranziehen darf – Casting bedeutet da Typumwandlung. Passt auch – unbekannte (meist noch!!) normalen Kids werden dort in ferngesteuerte Melkkühe für Musikproduzenten und Manager umgewandelt, die sich nach so einer Show für einige Wochen als Bekanntheiten fühlen dürfen. Denn ehrlich – wen kennt man aus so einer Show denn noch nach wenigen Wochen, wenn die Show vorüber ist (Lena vielleicht mal außen vor)?

Auf der anderen Seite hört man im Radio fast nur eben solchen Quatsch von diesen Castingtalenten und Plastikmusik aus Übersee. Und was gibt es sonst an Musik, die man im TV, Radio und Internet an vorderster Front findet? Musik von früher, die man irgendwann einfach nicht mehr hören kann. Auch wenn sie noch so gut ist (oder war). Und wenn die Urgesteine wie Bruce Springsteen oder die Stones etwas Neues aufnehmen, dann ist das ein Aufguss ihrer alten Erfolge. Da ist so gut wie nie etwas Interessantes oder wirklich Spannendes zu entdecken. Tut oft nicht weh, aber perlt am Gemüt einfach ab und füllt nur die Kassen der Altmeister.

Selten sind da nach meiner Meinung wirklich neue und aufregende Neuentdeckungen. Letztes Jahr fand ich Jupiter Jones (http://jupiter-jones.de/jj2011/) als so eine Bereicherung der Musiklandschaft, die mich wirklich begeistert hat.

Aber das war noch nichts im Vergleich zur norwegischen Band Katzenjammer (http://www.katzenjammer.no/), die mir vor einigen Wochen mit ein oder zwei Liedern auf Youtube und in vereinzelten Radiosendungen aufgefallen ist. Das war irgendwie ungewöhnlich. Anders als der Mainstream. Konnte ich irgendwie nicht einordnen. War das Folk, Rock, Punk, Country? Bisschen hatte mich das an eine frühere Lieblingsband von mir aus Berlin erinnert – Poems for Layla. Und ein bisschen an eine weibliche Form der Leningrad Cowboys.

Das Xaphoon – Saxophon aus Hawaii


Von Hause aus bin ich Saxophonist – allerdings nur als Hobby. Dazu spiele ich noch etwas Flöte, denn damit bin ich – wie viele Kinder – in die Musik eingestiegen. Aber seit ich 14 Jahre bin, ist das Saxophon mein Instrument. Angefangen beim Altsax zum Bariton um irgendwann beim Tenor zu landen. Dazu habe ich über die Jahre in verschiedenen Bands Musik gemacht. Vom Jazz in kleinen Combos über Big Bands und Dixieland zum Rockabilly, um letztendlich vor nunmehr bald 20 Jahren eine Rockband zu gründen, die es immer noch gibt.
Allerdings ist ein Saxophon nicht gerade ein leises Instrument und das ist beim Üben in einem Mehrfamilienhaus die letzten Jahre ein Problem gewesen. Aber auch jetzt ist es immer noch lästig das Sax aus dem Keller zu holen oder gar in den Keller zum Üben zu gehen. Und mein Tenor ist auch nicht so klein, dass ich es auf meinen vielen (beruflichen) Reisen einfach so mitnehmen kann (von der Lautstärke in Hotels ganz zu schweigen).

Nun bin ich die Tage über das Xaphoon gestolpert und dachte mir, dass das Teil sowohl als Übungsinstrument perfekt sein könnte als auch mein Repertoir in der Band erweitern würde. Und da es recht günstig ist, kann man auch nicht viel falsch machen, dachte ich mir.