Sword of Shadows

Prolog

Es war ein Tag, wie jeder andere in Sitnalta. Das Plätschern des Bachs beruhigte Jill, der Himmel war strahlend blau. Sie saß im Gras und genoss das wunderbare Wetter, die strahlend blauen Augen waren nach vorn gerichtet.
Ihr Haus, das sie erst vor kurzem zusammen mit ihrem Mann Paul gekauft hatte, war nicht weit von der Stadt entfernt. Es stand auf einem kleinen Hügel, etwa 500 Meter vom Wohnviertel der Stadt entfernt. Es war nicht gerade groß, aber es reichte vollkommen für sie, ihren Mann und ihre beiden Töchter aus.
Lilly war vor etwa vier Monaten fünf geworden, Meera war erst 5 Monate alt.
Seit einigen Wochen war nicht ein einziger Notruf eingegangen, und Jill war froh darüber. Sie wollte voll und ganz für ihre beiden Kinder da sein. Besonders, weil Lilly spätestens in einem Jahr in die Schule musste. Ihre beste Freundin Samantha hatte schon den ein oder anderen Dienst übernommen, wenn Jill gerade viel mit Meera zu tun hatte. Deswegen war Paul auch kaum tagsüber zu Hause, da er viel arbeitete, anstelle von Jill. Auch von ihrer anderen Freundin Kirsten hatte sie schon viel Unterstützung bekommen. Doch wenn es sich gar nicht vermeiden lies, hatte Paul meist ein Kindermädchen angerufen. Sie war sehr alt, konnte aber hervorragend mit Kindern umgehen. Meist hatte sie nur mit Meera etwas Arbeit, da Lilly sich dann häufig mit Nick beschäftigte, dem Sohn von Samantha und Tom. Auch er war fünf, aber 4 Monate älter als Lilly. Die beiden waren jetzt schon die besten Freunde, Jill fragte sich, ob das wohl hielt, bis sie ihre Ausbildung zu vollwertigen Wächtern beginnen würden. Aber Samantha hatte über die Bedenken ihrer Freundin nur gelacht. Zuerst mussten die zwei aber noch in die Grundschule gehen, wie normale Kinder. Und dann würde die Ausbildung beginnen, sie würden ihre eigenen Waffen bekommen, sie würden lernen, sich zu verteidigen und auch, zu töten. Natürlich hörte sich das grausam an, aber es gehörte nunmal zum Leben als Wächter. Sie schützten die Welt vor den Schattenwesen, die sich auf die Seite Venahs gestellt hatten. Die Dämonin war der Meinung, dass in der Welt kein Platz für die Menschen ist. Und da die Wächter für den Schutz der Menschen vor den Schattenwesen zuständig sind, wollte sie auch diese beseitigen. Doch bis jetzt gab es nicht viele Werwölfe, Vampire, Hexen, Zauberer und Elfen, die auf ihrer Seite standen. Es waren eher die, die einfach aus der Reihe tanzten, die töteten. Die, die ohne erheblichen Grund Menschen und Wächter angriffen und umbrachten.
„Jill?“, hörte sie eine Stimme hinter sich. Sie drehte den Kopf in die Richtung, aus der die Worte kamen. Es war Samantha.
Jill lächelte. „Ich hab heute nicht vergessen, dass ihr zum Essen kommen wolltet.“
Ihre Freundin grinste und setzte sich neben sie. „Nicht so, wie letztes Mal?“
Sie und Jill sahen beide ihren Kindern sehr ähnlich. Genau wie ihre Mutter hatte Lilly strahlende, dunkelblaue Augen und lange, braune Locken. Nick hatte, genau wie Samantha, blondes Haar und stahlgraue Augen.
„Nein, ich hab sogar schon angefangen, denn Salat zu machen“, rechtfertigte Jill sich.
„Ach?“, machte Samantha lächelnd. Doch anstelle noch ein weiteres Kommentar zu machen, zeigte sie Richtung Stadt. „Na, sieh mal einer an. Da kommen unsere Männer und unsere Kinder.“
Jill folgte ihrem Blick. Und tatsächlich, zwei Männer, der eine braun- der andere schwarzhaarig, kamen mit zwei Kindern den Hügel hinauf.
„Was? Lilly und Nick kommen mit Paul und Tom? Sie schmollen nicht?“ Sie konnte es kaum glauben. Normalerweise waren die beiden Kinder entweder fünf Minuten vor oder nach ihren Vätern gekommen, weil sie sich wegen irgendeiner Belanglosigkeit gestritten hatten. Immer, wenn Jill und Paul ihre Freunde eingeladen hatten, ging er immer mit Tom, Lilly und Nick in die Stadt. Kirsten und Peter kamen pünktlich um acht, Samantha etwas früher.
Zuvor war das Kindermädchen gekommen, damit Jill anfangen konnte, zu kochen. Heute hatte sie Hähnchen gemacht, ein wenig Salat, und zum Nachtisch noch Pudding. Lilly und Nick aßen im Wohnzimmer, nebenbei sahen sie fern. An diesen Abenden durften sie beide lange aufbleiben, doch meisten schliefen sie auf dem Sofa ein und Meera wurde von dem Kindermädchen ins Bett gebracht.
Die vier waren inzwischen angekommen und die beiden Kinder liefen an ihren Eltern einfach vorbei, um schnell ins Haus zu kommen. Innerhalb weniger Minuten hatte sich die Gradzahl schnell nach unten bewegt. Vorher war es angenehm warm gewesen, doch inzwischen war es sehr kalt geworden.
Die beiden Väter sahen sich kurz an, schüttelten aber nur die Köpfe. Paul, der braunhaarige, murmelte etwas, wie: „Immer dasselbe…“
Samantha warf Jill einen kurzen Blick zu und die beiden mussten sich das Lachen verkneifen.
„Wollen wir nicht reingehen? Ich hoffe, Kirsten und Peter kommen bald, ich habe furchtbaren Hunger“, meldete sich Tom dann.
Jill nickte. „Schon fast fertig.“

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