Die Sniper

Die Rekrutierung fing immer mit dem Gleichen an. Zuerst suchte man nach vollweisen Taubstummen sportlich fitten an, die keine Laute von sich geben konnten, damit sie ihre Geheimnisse und ihre Position nicht verrieten. Auf der anderen Seite konnte sie sehr gut Geräusche wahrnehmen, weil sie mit den neuesten Implantaten ausgestattet wurden.
Verweist damit man keine gesellschaftlich relevanten Verhältnisse in Kondolenzform verfassen mußte, was angesichts des andauernde Bürgerkriege sehr häufig geschah.
Das, was sie innerhalb der zwei Wochen lernten war so streng geheim, daß erst in 250 Jahren Akteneinsicht gewährt werden sollte. Dabei war die elektronisch verstärkte Synapsenübertragung schon in den 80er Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts während des Kalten Krieges entwickelt worden. Sie diente zur nächst der kinetischen Kommunikation zwischen Großrechnern und ihren Programmierern. Erst fünf Jahre später vernetzten sich die politische und wirtschaftliche Elite kinetisch außerhalb der Programmierergemeine untereinander.
Dieses, was den Anfang des Internets darstellte, wurde erst nach 40 Jahren in kommerziellen Einsatz freigegeben, so daß diese Einheit ihrer Umwelt und ihren Feinden um Jahrzehnte voraus war.
Die Feinde waren laut der neue Verordnung Asoziale. Genauer wurden sie nicht von den Gesetzen der Stadtstaaten definiert. Jeder war ein potenzieller Asozialer und mußte laut dieser Logik auch überwacht werden.
Ein leichtsinniger Gedanke über die Freiheit des Einzelnen oder ein satirischer Scherz über den Bürgermeister konnte zur Abstempelung als Asozialer führen, da man bei der Geburt oder der sogenannten Einbürgerung jeden Menschen einen Chip mit Hilfe der Micromedizin einsetzte. Dieser Chip kontrollierte das Gesamte Nervensystem der Träger, indem er die Neuronenverbindungen ständig überwachte und manipulieren konnte.

Der Tag fing, wie immer an. Nach einem starken dreifachen Kaffee ging John zum seinem Pult um die neuen Stellenanzeigen zu durchsuchen. Jedoch gab es Nichts, daß für ihn interessant war, geschweige den seinen Auffassung von Arbeit entsprach.
Nach dem er seine täglichen Spam- und Phishingmails durchgelesen hatte, duschte er ausgiebig und ging anschließend zum Wesentlichen über. Dem Nichtstun.
Da war aber der neue Chip, der in einem Hund, Puppi, implantiert wurde. Er hatte das Tier angefahren und es mit nach Hause genommen, da er es sich nicht leisten konnte mit der Polizei oder einer anderen Behörde anzulegen.

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