Das Xaphoon – Saxophon aus Hawaii


Von Hause aus bin ich Saxophonist – allerdings nur als Hobby. Dazu spiele ich noch etwas Flöte, denn damit bin ich – wie viele Kinder – in die Musik eingestiegen. Aber seit ich 14 Jahre bin, ist das Saxophon mein Instrument. Angefangen beim Altsax zum Bariton um irgendwann beim Tenor zu landen. Dazu habe ich über die Jahre in verschiedenen Bands Musik gemacht. Vom Jazz in kleinen Combos über Big Bands und Dixieland zum Rockabilly, um letztendlich vor nunmehr bald 20 Jahren eine Rockband zu gründen, die es immer noch gibt.
Allerdings ist ein Saxophon nicht gerade ein leises Instrument und das ist beim Üben in einem Mehrfamilienhaus die letzten Jahre ein Problem gewesen. Aber auch jetzt ist es immer noch lästig das Sax aus dem Keller zu holen oder gar in den Keller zum Üben zu gehen. Und mein Tenor ist auch nicht so klein, dass ich es auf meinen vielen (beruflichen) Reisen einfach so mitnehmen kann (von der Lautstärke in Hotels ganz zu schweigen).

Nun bin ich die Tage über das Xaphoon gestolpert und dachte mir, dass das Teil sowohl als Übungsinstrument perfekt sein könnte als auch mein Repertoir in der Band erweitern würde. Und da es recht günstig ist, kann man auch nicht viel falsch machen, dachte ich mir.

Das Xaphoon kommt aus Hawaii und besteht in der Urform aus Bambus mit einem Mundstück, auf das ein Saxophonblättchen gespannt wird. Mittlerweile gibt es aber auch Instrumente aus Kunststoff. Allerdings kommt immer ein Tenorblättchen zur Tonerzeugung zum Einsatz.

Der Name des Instruments lehnt sich am Saxophon an und es wird mittlerweile aus einem Stück gebaut – selbst das Mundstück befindet sich direkt am Ende des Klangkörpers. Das Besondere und eigentlich Neue am Xaphoon ist der satte und sonore Klang. Es klingt irgendwie wie eine Mischung aus Saxophon und Klarinette. Zu spielen ist es vom Ansatz auch genau so – halb Saxophon, halb Klarinette. Allerdings gibt es keine Klappen, sondern Löcher wie bei einer Flöte . Es ist also sehr schlicht aufgebaut. Und es ist klein und handlich und daher einfach mitzunehmen. Es ist etwa 31 cm lang und wiegt knapp 280 g. Das Xaphoon hat 9 Grifflöcher und das Überblasen ist erst ab dem 12. Ton nötig, und nicht wie bei Flöte und Saxophon in der Oktave. Wobei das Überblasen durch stärkeren Lippendruck statt durch spezielle Griffweise erreicht wird. Und angeblich ist das Instrument relativ leicht erlernbar, wobei ich mit meinem Saxophon- und Flöten-Background natürlich recht schnell damit klar kam und es nicht neutral beurteilen kann. Aber es soll ein sehr gutes Einsteigerinstrument sein und es klingt definitiv viel besser und „erwachsener“ als eine Blockflöte.



Ich habe mittlerweile doch einige Zeit mit meinem neuen Spielzeug experimentiert und muss sagen, dass das Xaphoon für Saxophonisten wirklich eine nette Alternative darstellt und man auch gut „nebenher“ mal schnell ein bisschen üben bzw. Musik machen kann. Und der Sound ist wirklich beeindruckend für so ein kleines und billiges Instrument. Allerdings muss man sich an das Loch- und Fingersystem gewöhnen, denn es ist nicht identisch mit dem einer Flöte und schon gar nicht mit dem Griffsystem eines Saxophons. Aber ähnlich – von daher ist es für geübte Musiker aus der Saxophon/Klarinette/Flöten-Ecke sehr schnell zu beherrschen. Das Xaphoon-System erlaubt zwei vollständige, chromatische Oktaven zu spielen. Mittlerweile habe alle Xaphoone als tiefstem Ton ein C und je nachdem, welche Typ man hat, muss man etwas unterschiedlich die Töne greifen.

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