Berufung

Was für ein schöner Sommertag. Die Sonne schien, keine Wolke am blauen Himmel zu sehen, ein leichter Wind wehte und von überall zwitscherten die Bäume. Was für ein herrlicher Tag. Stefan wanderte am Fluss entlang, der sich wie ein blaues Band durch das grüne Tal schlängelte. Wie das Paradies schien es ihm, jedesmal wenn er hier entlang ging, das Wasser sah, die Wälder, die Wiesen, die Berge mit ihren Wäldern, die dieses Tal einschlossen. Doch wenn er an das Paradies dachte, schien es ihm manchmal wie ein Frevel und irgendetwas machte sein Herz schwer, doch er wusste nicht was. Er ging weiter, sah die tobenden Kinder, die sich an einer flachen Stelle in den Fluss warfen. Sah die Erwachsenen, viele mit Kinderwagen. Sah die Sportler, die Läufer, die Skater. Sah die jungen Frauen, die nur im Bikini ihm entgegen kamen. Sah ihre schönen Körper, doch er fühlte nichts. Keine Erregung, keine Begierde. Nur Scham, als er merkte, dass er ihre Körper betrachtete. Sah auch junge Männer, die den Frauen hinterher pfiffen, auch sie nur wenig bekleidet. Auch sie schaute er nur kurz an, fühlte auch nichts. Er spürte keine körperliche Liebe zu diesen Menschen. Aber was fühlte er?

Die Muse

Oh, wie er das Aufräumen hasst. Aber ab und zu muss es sein und manchmal findet man wieder, was man schon ewig gesucht hat. Einen kleinen Schrank hatte er sich zugelegt und ihn jetzt zusammengeschraubt. Endlich konnte er seinen Schreibtisch etwas besser aufräumen und ziemlich schnell war der Schrank voll. Aber wo war der Schraubenzieher hin? Gerade hatte er ihn benutzt um Schrauben am Schrank festzuziehen und jetzt war er weg. Im Schrank war er nicht, auf dem Schreibtisch war er nicht, bei den anderen Werkzeugen war er nicht. Wo war er nur?

Autsch!! Jetzt ist er bei der Suche nach dem Schraubenzieher doch gegen seinen neuen Schrank gelaufen. Na klasse, muss er sich erst dran gewöhnen, dass da jetzt ein Schrank steht? Und das war der Knöchel. Schöne Schmerzen waren es. Kurz aufs Bett gehumpelt, mit Tränen in den Augen. Man sollte auch nie nach 20 Uhr noch einen Schrank aufbauen und irgendetwas suchen. Er lag auf dem Bett, biss die Zähne zusammen und zog die Luft an. Schmerzen. Er versuchte den Fuss zu bewegen, aber momentan ging es nicht. Und beim Versuch zu bewegen, trieben ihn die Schmerzen Tränen in die Augen. Er liess sich ins Bett zurücksinken und versuchte die Schmerzen zu vergessen.