Vorweihnachtszeit

Vorweihnachtszeit bei uns zu Haus,
da schnurrt die Katze, da raschet die Maus,
da tappt es leise den Flur entlang,
da hat jedes seinen heimlichen Gang.

Und jede Lade und jedes Zimmer trägt einen
heimlichen goldenen Schimmer.

Es riecht nach Honig und mancherlei,
und draußen geht schon der Rupprecht vorbei.

Sechs Schuhchen stehen vorm Fensterbrett,
Goldfäden hängen morgens am Bett –

Wer kehrte da in der Nacht woh ein?

Es kann nur ein Englein gewesen sein.

**** Hedwig Bender, 1906 – 1968 *****

 

Scherenschnitt Fritz Bender

Scherenschnitt von Fritz Bender

 

i.V – der Enkel

 

Immer ein Lichtlein mehr

Immer ein Lichtlein mehr
im Kranze, den wir gewunden,
daß er leuchte uns sehr
durch die dunklen Stunden.
Zwei und drei und dann vier!
Rund um den Kranz welch ein Schimmer!
Und so, leuchten auch wir,
und so leuchtet das Zimmer.
Und so leuchtet die Welt,
langsam der Weihnacht entgegen.
Und der in Händen sie hält,
weiß – um den Segen.

**** Hedwig Bender, 1906 – 1968 *****

Scherenschnitt von Fritz Bender

Scherenschnitt von Fritz Bender

i.V – der Enkel

Zur Glockenweihe am 15. Mai 1958

Welch‘ großen Tag begehen wir heute,

Die Fahnen wehen stolz und bunt.

Feierliches Festgeläute

Tut es in unseren Mauern kund.

Wie ein seltsam frohes Raunen

Zieht es durch die alten Gassen,

Immer wieder sieht man – Staunen,

Ja, man kann’s noch nicht recht fassen.

Denn es zog vor kaum 2 Jahren,

Ein neuer Pfarrer bei uns ein

Wird man fest sich um ihn scharen

Oder – läßt man ihn – allein?

Doch mit gläubig-frohem Herzen

Die Pfarrgemeinde – liebt er bald

An Pfingsten schon, mit Weihrauch-Kerzen

Ein neu‘ Geläut‘ zum Himmel schallt.

Verkünden soll’s der Glocken Ton

Es mag ein Treu-Gelöbnis sein

Wie uns geboten „Gottes Sohn“,

„Ein Hirt“ und „eine Herde“ sein.

 

**** Hedwig Bender, 1906 – 1968 *****

 

i.V – der Enkel